GLG Martin Gropius Krankenhaus Eberswalde

Entwicklung eines regenerativen Energieversorgungskonzepts für ein Krankenhaus-Ensemble

Standort
Eberswalde 

Bauherr
GLG Martin Gropius Krankenhaus GmbH

Projektjahr
2023 

Bautypologie & Größe
25 Gebäude: Krankenhaus-Komplex und Bürogebäude in einem ehemaligen Siedlungsgebiet der russischen Besatzung.

38.523m² beheizte Fläche; leicht gedämmter Bestandsbau und Neubau

Aufgabenstellung an eZeit Ingenieure

Energiegrundkonzeption (LP0) inkl.:

  • Bedarfsabschätzung, Umweltquellenanalyse, Entwicklung von Versorgungsvarianten für Wärme, Kälte und Strom
  • Anlagensimulation der Versorgungsvarianten
  • Bewertung der Szenarien nach ökonomischen und ökologischen Aspekten und Erarbeitung einer Entscheidungsvorlage
  • Prüfung technisch- wirtschaftliche Integration einer PV-Freiflächenanlage
  • Plausibilisierung vorliegendes Energieaudit

Konzeptmerkmale

Die Zielsetzung lag darin, im ersten Schritt den fossilen Endenergiebedarf um 20 % zu senken. Langfristig soll der Krankenhauskomplex vollständig fossilfrei versorgt werden.

Das Energieversorgungskonzept verfolgt dafür einen sukzessiven Dekarbonisierungspfad, bei dem die einzelnen Liegenschaften energetisch miteinander vernetzt und – wo wirtschaftlich sinnvoll – auch dezentral versorgt werden.

Im Rahmen der technisch‑wirtschaftlichen Untersuchung wurden verschiedene Umweltenergiequellen geprüft und zu einem ganzheitlichen, sektorengekoppelten Gesamtsystem strukturiert. Hierbei wurden insbesondere Außenluft, Grundwasser, Solarenergie, Abluft und Abwasser als potenzielle regenerative Quellen betrachtet.

Zusätzlich wurde die Integration einer PV‑Freiflächenanlage technisch und wirtschaftlich bewertet. Ebenso wurde die Möglichkeit geprüft, den Standort über ein kaltes Nahwärmenetz mit oberflächennaher Geothermie zu versorgen, um einen zukunftssicheren regenerativen Wärme- und Kältepfad aufzuzeigen.

Anlagentechnik

  • Wärmepumpen mit Umweltenergiequellen Außenluft, Abwasserwärme, Grundwasser
  • dezentrale Hochtemperatur Wasser-Wasser-Wärmepumpen zur Warmwassererzeugung
  • kaltes Nahwärmenetz mit oberflächennaher Geothermie (Grundwasser) 
  • passive Gebäudekühlung
  • Regelstrategie für sektorengekoppeltes DEM
  • PV

Besonderheiten & Know-How

Die energetische Konzeption des Projekts zeichnet sich durch eine außergewöhnlich heterogene Gebäudestruktur aus, die sehr unterschiedliche Nutzungsprofile und energetische Anforderungen umfasst. Krankenhäuser stellen zudem im energetischen Kontext eine besondere Herausforderung dar.

Durch den Krankenhausbetrieb und die Pflegeeinrichtungen bestehen besondere Anforderungen an die Versorgungssicherheit, Hygiene- und Lüftungsanforderungen, Warmwasserbereitung, Wärme- und Kälteversorgung.Zusätzlich besteht auf dem Campus eine geschlossene Station, die erhöhte Sicherheitsvorkehrungen und Einschränkungen im baulichen sowie anlagentechnischen Zugriff mit sich bringt. Auch die begrenzten Freiflächen und der erhöhte Wärmebedarf einzelner Bestandsgebäude erschweren die Transformation hin zu einem primär regenerativen Versorgungssystem.

Trotz dieser Rahmenbedingungen wird ein umfassender Dekarbonisierungspfad entwickelt, der verschiedene regenerative Umweltenergiequellen – darunter Außenluft, Grundwasser, Solarenergie, Abluft und Abwasser – miteinander verknüpft und zu einem robusten Gesamtsystem strukturiert. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Option eines kalten Nahwärmenetzes mit oberflächennaher Geothermie, das eine effiziente Wärme- und Kältebereitstellung ermöglicht.

Eine weitere zentrale Besonderheit des Projektes ist die Integration einer PV‑Freiflächenanlage. Deren technische und wirtschaftliche Einbindung wurde detailliert geprüft, um die Eigenstromnutzung des Gesamtcampus zu erhöhen und die elektrische Versorgung der Wärmeerzeugung sowie kälteerzeugenden Komponenten zunehmend durch erneuerbare Energien abzudecken.